Flüchtlingsberatung ganz persönlich und digital

Foto: Elke Lier

 

Ostthüringer Flüchtlingssozialarbeiter feiern erfolgreiches

EU-Projekt AMIF mit dem Start eines digitalen Beratungsverfahrens

„Wir haben unsere Beratungsarbeit ins 21. Jahrhundert geholt“, freut sich der Jüngste in der Runde von Flüchtlingssozialarbeitern der DO Diakonie Ostthüringen gem. GmbH, Projektmitarbeiter Ben Gräfe. Er demonstriert den anderen am Laptop die Vorteile eines standarisierten digitalen Beratungsverfahrens für Asylsuchende, das am 30. Juni 2018 an den Start gegangen ist. Gemeinsam mit der Dualen Hochschule Gera-Eisenach wurde unter Berücksichtigung des Datenschutzes eine Software entwickelt. Viel effizienter als bisher können Geflüchtete nun beraten werden, die vielfältige Migrationsarbeit wird dokumentiert, statistisch erfasst, die Mitarbeiternden sind untereinander gut vernetzt. Ein Novum bundesweit, denn im Vergleich zu anderen Bereichen der sozialen Arbeit gab es bisher keine digitale Form der Dokumentation. „Die Mittel dafür“, erklärt Projektleiterin Andrea Dittrich, "kommen aus dem Europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF)."

Vor 15 Jahren haben wir zum ersten Mal diese Förderung genutzt und stets neue Schwerpunkte gesetzt. Damals, im Jahr 2003 war Flüchtlingssozialarbeit noch etwas Neues. Jeder hat irgendwie etwas gemacht in bester Absicht. Wir wollten verlässliche Strukturen auch über Gera hinaus schaffen. In der Region Ostthüringen, konkret in Jena, den Landkreisen Altenburger Land, Saale-Holzland und Landkreis Greiz wurde das Projekt durchgeführt. Diese Vernetzung ist ebenso das Ergebnis der Projektarbeit wie der Aufbau einer psychosozialen Betreuung von Flüchtlingen, ständige Weiterbildungen der Mitarbeitenden und ehrenamtlichen Helfer und Helfertinnen. "Das von EU, Land und UNO geförderte 3-Jahres-Projekt stand unter dem Titel „Qualifizierung der Erstorientierung und Beratung für Asylsuchende in der Region Ostthüringen“. Damit wurden nachhaltige Strukturen in der sozialen Arbeit mit Flüchtlingen geschaffen. Von einem guten Miteinander aller Partner in der Flüchtlingshilfe berichtet auch die Altenburger Kirchkreis-Sozialarbeiterin Katrin Köhler: „Wir haben viele Ehrenamtliche in der ersten turbulenten Zeit zur Erstorientierung der Neuankömmlinge gut anleiten können.“. Dies geschah sowohl in Altenburg wie auch in Gera durch zahlreiche Qualifizierungen und Workshops für diejenigen, die sich in ihrer Freizeit noch zusätzlich engagierten. Die Willkommenseuphorie von vor drei Jahren sei den Mühen des Alltags bei der Integration gewichen. Doch es gibt nun auch einen festen und verlässlichen Stamm ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer, die Zusammenarbeit mit den Behörden ist partnerschaftlich und vertrauensvoll, zieht Andrea Dittrich eine positive Bilanz. Neben dieser Ehrenamts- und Netzwerkarbeit, sowie Beratungsangeboten zu Fragen im Asylverfahren standen besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen im Mittelpunkt. Es wurden für diese Menschen sowohl mehrsprachiges Informationsmaterial zu verschiedenen Themen entwickelt als auch Angebote zur Suchtprävention durchgeführt.

Das EU-Projekt AMIF hat somit Starthilfe gegeben für eine gut funktionierende Flüchtlingssozialarbeit in Ostthüringen. Dass sie fortgeführt und verbessert wird, dafür geben alle Projektmitarbeiter gerne weiter ihre Kraft.

Bildtext :

Projektmitarbeiter Ben Gräfe (Mitte) erläutert (von links) Projektleiterin Andrea Dittrich, Verwaltungsmitarbeiterin Sabine Utecht, Kirchenkreissozialarbeiterin Katrin Köhler und Asylberater Mohamed Oussaifi das digitale standardisierte Beratungsverfahren am Laptop. Es ist am 30. Juni 2018 an den Start gegangen und Ergebnis des EU-Projektes AMIF. Foto: Elke Lier

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